"IRREGULARITÄTEN" - Fabian Reinsch researches modernist spatial planing.

Eine Sammlung einfacher, unkonventioneller Häuser

Obwohl uns von allen Seiten suggeriert wird, dass wir für unsere Lebensgestaltung eine größtmögliche Freiheit besitzen, sehen wir uns doch in der Realität einer Reglementierung und vorgefertigten Lebensentwürfen gegenübergestellt. Ins- besondere unser Wohnumfeld, vom sozialen oder gewinnorientierten Wohnungsbau bis zur Privatvilla, ist von einer starken Standardisierung auf der einen, und einem mediengenerierten, gesellschaftlichen Vorbild auf der anderen Seite geprägt. Können außerhalb dieser Ordnung über- haupt Räume entstehen, die aus dem Gewohnten ausbrechen und eine Freiheit im Sein und Denk- en fördern?

Mit dem idealen Denk-Ort verbinden wir den in der Welt zentrierten, metaphysischen Raum des Gelehrten in der Antike. Solche puren Räume, wie sie auch Palladio anstrebte, verwehren sich jedoch der Ordnung letztlich nicht, sondern stellen sich selbst als ordnende Kraft in den Mittelpunkt des Kosmos.

Die Suche nach einer ordnungs(auf)lösenden Architektur führt zu Projekten die eine starke

Reduktion eint. Dabei geht es nicht um einen, inzwischen auch in der Gesellschaft angekom- men, asketischen Minimalismus, sondern um das Sehen und Wahrnehmen elementar ein- facher Räume.

„Ort, Mass und Rhythmus der Teile werden überprüft und variiert, bis sich ein Spielraum zu öffnen beginnt zu einem neuen Ganzen.“1 – der Spielraum als kurzer, ambivalenter Schwell-Moment der Ordnungslosigkeit.

In den bis auf das Elementarste reduzierten Projekten sorgen leichte Irritationen, wie asymmetrische Raumbezüge, dafür, dass un- definierte, freie Räume, die sich der konven- tionellen Ordnung verwehren, entstehen.





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